Die Geschichte der "afro-amerikanischen" Frisuren: Wie so oft begann alles in Afrika! Wahrscheinlich hat die Struktur des afrikanischen Haares maßgeblich dazu beigetragen, das eine so reiche und vielseitige Flechtfrisurenkultur in Afrika entstanden ist. Denn wenn die Haare erst einmal geflochten sind, dann sind sie wirklich pflegeleicht und so trotzen Cornrows theoretisch selbst einem Sandsturm in der Sahara, oder dem Salzwasser des atlantischen Ozeans. Außerdem schützt das Flechten, durch die Fixierung der Haare vor Bruch und Verfilzung, (worunter viele Afrikaner mit krausem Haar leiden, wenn sie ihrem Haar nicht die nötige Pflege zukommen lassen). Auf jeden Fall belegt die Geschichte, dass die meisten Flechtfrisuren im westafrikanischen Raum entwickelt wurden. Und auch heute noch sind Länder wie Senegal, Gambia und Guinea für ihre meisterhaften Flechtkünstlerinnen bekannt. Doch auch in anderen Teilen Afrikas wird es wohl nicht einen Menschen geben, dem Flechtfrisuren, wie Cornrows, Rastazöpfe und Twists unbekannt sind. So ist es auch kaum verwunderlich, das Teile dieser Flechttradition auf der einen Seite selbst zu den dunklen Zeit der Sklaverei in Amerika erhalten geblieben sind und auf der anderen Seite die Haarflechtkunst im Laufe der Rückbesinnung der afro-amerikanischen Bevölkerung in den USA, auf ihre afrikanischen Wurzeln, ganz neue Impulse und Auftrieb erhalten hat. Bis dahin hat es allerdings etwas gedauert. So war die schwarze Bevölkerung in den 20er Jahren noch sehr darauf bedacht die Haarmode der weißen Amerikaner zu übernehmen. Sogenannte „Marcel Curls“ waren damals bei den Frauen total angesagt. Dies waren so eine Art Dauerwellfrisuren, die allerdings, ohne chemisches Mittel kreiert wurden. Man machte das damals nur mit Hilfe einer Brennschere. Ein Verfahren, das unter dem Namen Ondulieren bekannt ist. Heutzutage hingegen werden Brennscheren überwiegend nur noch zum Formen von Perücken und Bärten genutzt. Obwohl es unter Teilen der afro-amerikanische Bevölkerung in den 30er Jahren durch die Prophezeiungen Marcus Garveys und der beginnenden Rastafari-Bewegung zu einem neuen Selbstbewußtsein und zu einer Rückbesinnung auf alte afrikanische Traditionen kam, waren Dreadlocks oder afrikanische Flechtfrisuren bei Afro-Amerikanern, die in der Öffentlichkeit standen eher selten. Auch die 40er und 50er Jahre waren weiterhin weitesgehend durch eine starke Orientierung an westlicher Haarmode geprägt. Aber auch schon damals war ein Erstärken des afro-amerikanischen Selbstbewußtseins zu spüren. Afro-amerikanische Menschen waren nun mehr und mehr auch in den Medien zu finden, aber auch dann meist eher dem westlichen Stil angepasst. Z.B. trug die begnadete Jazzsängerin Billie Holiday die Haare zumeist zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, Ella Fitzgerald trug größtenteils Dauerwellfrisuren, genauso wie die berühmte afro-amerikanische Schauspielerin Dorothy Dandridge, (die übrigens eine gewisse Ähnlichkeit mit Halle Berry hat). Erst mit Einsetzen der Black Power Bewegung in den späten 60er Jahren fand eine verstärkte Rückbesinnung auf afrikanische Traditionen statt und in Folge dessen änderte sich nicht nur die Haarmode auf den Straßen, sondern auch in den Medien. Wickeltücher, und Afros prägten verstärkt das Bild dieser Zeit. Die Freiheitskämpferin, Schriftstellerin und Journalistin Angela Davis hatte in der Zeit z.B. einen markanten, wunderschönen Afro. In den folgenden Jahren verfestigte sich der Afro-Look durch die Einflüsse der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung und der Hippiebewegung. Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht die wilden Afro-Stylez von Jimi Hendrix zu dieser Zeit kennt. Sogar nicht wenige weiße Männer und Frauen trugen damals Afro. Die Frauen stylten ihre Haare im Afro-Look mit Papilloten bzw. drehten die einzelnen Strähnen vor dem Wickeln mit den Fingern zu Kordeln auf . Gleichzeitig wurden die Haare gefönt und anschließend mit Haarspray oder Gel bearbeitet, um die Afro-Krausen zu verfestigen. In Deutschland machte der Fußballspieler Paul Breitner den Afro-Look populär. Und in Folge wachsender Toleranz und Wertschätzung der Kulturen füreinander, haben afrikanische Flechtfrisuren, wie z.B. die Cornrows, Rastas und Twists, mittlerweile ihren Weg zu nahezu allen Gesellschaftsschichten, Nationalitäten und Kulturen gemacht. Man findet diese Frisuren in der High Society, wie auch auf der Straße. Die persönlichen Motivationen und Gründe, eine Frisur, wie Cornrows, Rastalocken oder Dreads zu tragen sind fast so zahlreich, wie die Frisurenvariationen an sich. So kann das Tragen von Dreadlocks zum Beispiel das Dazugehörigkeitsgefühl der Rastafari-Religion gegenüber ausdrücken, eine revolutionäre Haltung und Systemkritik wiederspiegeln, oder einfach als modische Bereicherung gesehen werden. Natürlich ist auch die Szene eines ursprünglich afro-amerikanischen Musikstils häufig stark durch diese Frisuren geprägt. So sind im Hip Hop und RnB Bereich Cornrows, Twists, Rastas und Dreads einerseits eng mit dem Underground verbunden, aber auf der anderen Seite heutzutage auch Schmuck der Celebrities dieser Welt geworden. Beyoncé Knowles, Queen Latifah, Lil Kim, Eve, Missy Elliott, Kelis, Ashanti, Mary J Blidge, Janet Jackson, Brandy, Tweet, oder Alicia Keys, das sind nur einige Beispiele von Sängerinnen und Rapperinnen, die regelmäßig in amerikanischen Frisurenmagazinen ihre Flechtfrisuren oder Haarverlängerungen präsentieren. Denn kaum eine afro-amerikanische Sängerin hat wirklich natürlich langes Haar! Da haben es Sängerinnen wie Stacy „Fergie“ Ferguson oder Christina Aguilera schon einfacher, die nutzen Rastazöpfe, oder Open Braids einfach ab und an, um einen stylischen Effekt zu erzielen und um für abwechslungsreiche, frische Looks zu sorgen. Ebenso ist es selten, das dem Ghetto längst entwachsene Superstars, wie Snoop Dogg, Xzibit, und Ludacris keine Cornrows oder andere Flechtstylez tragen. Zum Hip Hop Style gehören Cornrows genauso wie die Basecap. Auch die Reggae Kultur wäre ohne Dreadlocks wohl kaum dieselbe. Bob Marley hat sie bekannt gemacht, doch tausende andere Sänger, Rastafaris und Reggaeliebhaber haben sie ebenfalls getragen. Erinnert Euch nur an die Reggae Legenden Dennis Brown, Garnett Silk und Peter Tosh. Ja, es gibt wenige Reggae Artists, die auf sie verzichten. Ich bin mir sicher echte Roots Rocker wie Burning Spear werden Ihre Locks freiwillig niemals abschneiden! Das Tragen von dieser Art des Haarschmucks, bleibt in der heutigen Zeit längst nicht mehr auf die eine oder andere Musikszene beschränkt. Ob Rock, Pop, Jazz, Alternative, Metal oder Gothic, überall findet man den einen, oder anderen Individualisten, der seinen persönlichen Stil mit einer kunstvollen Flechtfrisur untermauert. So verbinden die meisten Gitarrist Brian „Head“ Welch, den Bassisten Reginald "Fieldy" Arvizu und Sänger Jonathan Davis von der Nu Metal Band Korn, mit, zwar etwas improvisiert wirkenden, aber sehr individuellen Dreadlocks und Twists . Rocker Lenny Kravitz und seine Drummerin Cindy Blackman haben gezeigt, das sich Rockerstil und Dreadlocks, Afros oder Twists nicht widersprechen, sondern die Individualität hervorheben! In zahlreichen Filmen entdeckt man Cornrows, Dreadlocks, Weaving, Rastazöpfe oder Twists. Barbershop, Honey oder Poetic Justice sind nur einige der Filme, in denen diese Frisuren die Köpfe der Hauptdarsteller schmücken. Auch in der Welt des Sports sorgen Cornrows, Dreads & Braids dafür, das Sportler auch jenseits der Courts, Fußballfelder und Laufbahnen im Mittelpunkt der Medien stehen. Man erinnere sich nur an die Cornrows von Fußballstar David Beckham, oder die immer neuen und frischen Cornrowsmuster von NBA Supertalent Allen Iverson. Selbst auf den Laufstegen dieser Welt, in Paris, London, Tokyo und Mailand sieht man heutzutage des öfteren künstlerische Flechtfrisuren. Star Designer, wie John Galliano haben dadurch ihre Kollektionen hervorgehoben und die Einzigartigkeit ihrer Entwürfe unterstrichen. Letztendlich ist diese Ausbreitung und Adaption der afrikanischen Haarflechtkunst ein Ausdruck unserer modernen Welt, einer Welt, in der man als Weltbürger die Chance hat von Kulturen zu lernen und zu profitieren, in der Toleranz, Gleichberechtigung und Wertschätzung alte Mauern einreissen und man als Individuum die Möglichkeit hat weitesgehend selbst zu entscheiden, was zu einem passt, wie man leben und was man tragen möchte. Das schwindene Schubladen- und Rollendenken ist es letztendlich auch, was erst den Weg geebnet hat für einen Salon, wie MultiKulti Colours. Denn anderenfalls wäre da kein Raum für die Aspekte an diesem Beruf, die ihn so spannend machen und so viel Freude bereiten: Der künstlerische, kreative Teil der Arbeit und das Kennenlernen verschiedenster Menschen aus allen Bereichen und Lebenslagen! MultiKulti Colours © NJ's Hairstyle 2006 Mörkenstrasse 63, 22767 Hamburg Cornrows, Braids & Dreads for unique Headz! Tel. 040/38 90 77 16 |
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